Die Arbeit der Posaunenchöre

Die Arbeit der Posaunenchöre bzw. Blechbläser in der Verkündung des Wortes Gottes erschließt sich nicht jedem von selbst. So riet der eigentlich unter Posaunenchorbläsern beliebte Komponist Michael Praetorius ( * 15. Februar 1571
† 15. Februar 1621 ) statt eines Zusammenwirkens von Kantorei und Trompeten, letztere besser außerhalb der Kirche aufzustellen.
Andererseits erreichen Posaunenchöre mit ihrem Klang Menschen, die sonst keine andere Institution der Kirche mehr anspricht. Innerhalb der Gemeinden können sie, zugegebenermaßen bei entsprechenden musikalischem Vermögen, einprägsame Bilder schaffen. Es lag unmittelbar am Engagement von KMD Konrad Winkler, daß dies in unserer Gemeinde in den letzten Jahrzehnten ausgezeichnet gelang. Bei aller ehrenamtlichen Motivation stellte sich im Rahmen des Übergangs seiner Dienstgeschäfte an seine Nachfolgerin in unserem Kreise die Frage, ob und wie die amtskirchliche Begleitung unserer Arbeit weiter gelingen soll und kann.
Nach mehr als einem Jahr ihrer Tätigkeit können wir die Arbeit unserer Kantorin Cornelia Ewald für unseren Posaunenchor als vollen Erfolg ansehen.
Die Summe aller Laster ist sicher gleich. Statt Einblasübungen in bedingt gängigen Kirchentonarten wie mixolydisch, soll nun der per Luftstrom erzeugte Ton des Nachbarn nicht nur eben gleich gegriffen werden, sondern wirklich genauso klingen. Die damit verbundene Schwierigkeit erläutert sich vielleicht damit, dass man sich die Situation vorstelle, der Ehepartner halte einem vor, dass man zwar das selbe gesagt, aber doch etwas anderes gemeint hätte. Das führt zu einer zweiten erwähnenswerten Ausprägung. Wo man beim o.g. alten Meister den Rüffel ertragen mußte, dass Unvermölgen mit dem Hinweis quittiert wurde, man solle sich bewußt sein, in einem seiner weltbesten Ensemble mitspielen zu dürfen, sieht man sich jetzt mit eher schöpferischen Ansagen konfrontiert. Interpretieren Sie bitte für sich einmal die Anordnung, man soll die Spannung einer Musikpassage aufrecht erhalten, als ob man einen Kaugummi aufblasen würde, aber dringend vermeiden, dass dieser nach seinem Platzen am Mund hängen bliebe?!? Jedenfalls können wir für uns festhalten, dass mit unserer Kantorin Cornelia Ewald die Arbeit unseres KMD Konrad Winkler auf fruchtbaren Boden gefallen ist. Die Reichhaltigkeit der Musik wird in unserer Gemeinde umfassend genutzt. Notenliteratur, die an anderer Stelle vor Ablage im Archiv lediglich interessiert zur Kenntnis genommen wird, erarbeiten wir und bringen sie durchaus bemerkenswert zu Gehör.


-CH


Zurück zum Artikel»